«Ich war schon als Kind ein Wirbelwind»
Klein, aber oho – kaum jemand verkörpert diesen Spruch so gut wie Sonia Eberle. Wenn die neue Leiterin des Treffs am Lindarank den Raum betritt, hat dort schlechte Laune keine Chance mehr. Mit ihrem ansteckenden Lachen, viel Einfühlungsvermögen und einer durchweg positiven Ausstrahlung hat sie die Herzen der Seniorinnen und Senioren im Sturm erobert. Was sie an ihrer Arbeit besonders liebt und welche neuen Ideen sie umsetzen möchte, erzählt sie im Interview.
1. Mit deiner sprühenden Energie verkörperst du das blühende Leben. Warum haben es dir gerade die Seniorinnen und Senioren so angetan?
Ich liebe grundsätzlich die Arbeit mit Menschen – aber ganz besonders diejenige mit älteren Menschen. Die Geschichten, die sie aus ihrem Leben erzählen, und ihre wertvollen Erfahrungen lassen auch uns selbst wachsen. Meine Nana war für mich ein Herzensmensch. Ich habe sie sehr geliebt, und die enge Verbindung zu ihr prägt mich bis heute. Ich denke, dass diese innige Beziehung auch meine Entscheidung beeinflusst hat, mich für Leitung des Treffs am Lindarank zu bewerben.
2. Seit Anfang dieses Jahres – nach der Frühpensionierung deiner Vorgängerin Rita Rüdisser – bist du allein verantwortlich für das Geschehen im Seniorentreff. Wenn du einen kurzen Rückblick wagst: Wie turbulent war die Zeit?
Glücklicherweise hat das Jahr gut begonnen. Ich war sorgfältig eingearbeitet und vorbereitet. Rita hat mir einen reibungslosen Einstieg in den Treff im Lindarank ermöglicht. Dank ihr und den engagierten Helferinnen fiel es mir leicht, mich schnell in meine neue Arbeit einzufinden. Auch die Seniorinnen und Senioren haben mich äusserst herzlich aufgenommen. Dafür bin ich allen sehr dankbar.
3. Was gefällt dir an deiner Arbeit am besten? Gibt es bereits ein persönliches Highlight aus deiner Zeit als Leiterin des Seniorentreffs?
Die Arbeit im Treff ist sehr vielseitig. Allerdings dürfen der administrative Aufwand und die Zeit, die für die Organisation grösserer Seniorenanlässe investiert werden muss, nicht unterschätzt werden. Besonders gefällt mir, dass ich selbstständig arbeiten und kreativ sein kann. Die Nähe zu den Menschen, die grossartigen Gespräche, das gemeinsame Lachen und Spielen geniesse ich sehr. Das bisherige Highlight meiner Tätigkeit war auf jeden Fall der Besuch von Regierungschefin Brigitte Haas im Treff am Lindarank.
4. Es gibt viele traditionelle Termine und Anlässe im Treff am Lindarank – etwa die Lottomatches, die Stricknachmittage, die Fasnacht, das Herbstfest oder auch die Weihnachtsfeier. Behältst du alle Angebote bei oder hast du Neues geplant?
Die traditionellen Anlässe bleiben selbstverständlich bestehen. Zusätzlich möchte ich im Sommer ein Stück Italien nach Schaan bringen. Was das genau bedeutet, verrate ich noch nicht – die Seniorinnen und Senioren werden es rechtzeitig erfahren und vor allem erleben. Neu ist zudem ein Jass-Nachmittag, der künftig jeden Dienstag stattfindet. Ausserdem arbeiten wir an der Einführung eines Mittagstischs. Wenn das Angebot gut angenommen wird, soll er künftig einmal im Monat an einem Freitag stattfinden.
5. Du hast selbst drei Kinder, bist Vorstandsmitglied der Frauenunion, gehörst zu den ersten Frauen in der Schaaner Narrenzunft und engagierst dich bei Special Olympics Liechtenstein. Geht dir eigentlich nie die Energie aus?
Oh doch, natürlich ist meine Energie nicht unerschöpflich (lacht). Als alleinerziehende Mutter wäre vieles ohne Unterstützung – insbesondere durch meine Eltern – nicht möglich. Aber ich war schon als Kind ein Wirbelwind und bin es bis heute geblieben. Neue Kraft schöpfe ich bei Ausflügen und Reisen mit meinen Kindern oder beim Sport. Ich liebe es, mit Menschen zusammen zu sein. Besonders der Kontakt mit den Menschen rund um Special Olympics Liechtenstein ist mir ein Herzensanliegen, das mir auch sehr viel zurückgibt. Ich bin überzeugt: Lebensfreude ist eine Einstellung, die in uns selbst, in unseren Herzen, beginnt.
(Foto: Tatjana Schnalzger)