Streetwork – ein offenes Ohr auf der Strasse
Nicht alle Menschen finden den Weg zu Beratungsstellen – manche brauchen Unterstützung genau dort, wo ihr Alltag stattfindet. Und genau dort setzt Streetwork Liechtenstein an: mitten im öffentlichen Raum, direkt bei den Menschen.
Streetwork Liechtenstein ist neben der Offenen Jugendarbeit ein Fachbereich der Stiftung SOVORT – zwei Bereiche, die beide Geschäftsleiter Markus Büchel unterstehen. Es ist ein Angebot der Sozialarbeit, das sich direkt an die Bevölkerung richtet und Hilfe zur Selbsthilfe leistet.
Seit September 2023 sind die Streetworker Olivia Heeb und Magnus Hassler landesweit unterwegs – an öffentlichen und halböffentlichen Treffpunkten wie beispielsweise dem Lindaplatz in Schaan.
Nah bei den Menschen
Der Ansatz von Olivia Heeb und Magnus Hassler ist einfach und zugleich wirkungsvoll: Sie erreichen die Menschen dort, wo sie sich aufhalten. Es geht ihnen darum, präsent zu sein, zuzuhören sowie Vertrauen und Beziehungen aufzubauen. Die Einsätze erfolgen flexibel, angepasst an Orte und Zeiten, an denen Unterstützung gebraucht wird. Statt fixer Bürozeiten stehen die Lebensrealität der Menschen und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt.
Dabei ist das Angebot bewusst niederschwellig gestaltet. Streetwork informiert über Hilfsangebote, begleitet im Alltag, steht bei der Entwicklung und Umsetzung von Lebensperspektiven zur Seite und unterstützt ganz praktisch – etwa beim Einkaufen, bei Entsorgungen oder beim Ausfüllen von Formularen. Oft ist es aber vor allem das offene Ohr, das zählt: Gespräche ohne Druck, ohne Bewertung.
Dankbarkeit spürbar
Wie wichtig diese Form der Unterstützung ist und wie sehr sie geschätzt wird, zeigen die Rückmeldungen. Menschen berichten davon, wieder Halt zu finden, sich von Olivia Heeb und Magnus Hassler verstanden zu fühlen und offen sprechen zu können – häufig zum ersten Mal seit Langem. Schöne Zitate aus dem Alltag sind: «I bi afach endlos dankbar för eura Iisatz», «Dank eu hani immer no an Halt», «Danke, dass i so offa reda dörf bi eu, ohni dass iar mi verurteilan», «I hett es ohni eu ned gschafft».
Die Themen, mit denen die Streetworker täglich konfrontiert werden, sind vielfältig. Die Menschen, die das Angebot in Anspruch nehmen, leiden häufig unter psychischen oder Suchterkrankungen, befinden sich in finanziellen Schwierigkeiten und/oder leben in prekären und unsicheren Wohnsituationen. Gerade in solchen Lebenslagen kann ein unkomplizierter Zugang zu Unterstützung entscheidend sein.
Die Arbeit von Streetwork Liechtenstein basiert dabei auf klaren Grundsätzen: Das Angebot ist vertraulich, kostenlos und freiwillig. Oliva Heeb und Magnus Hassler unterstehen der Schweigepflicht und handeln stets respektvoll, akzeptierend und auf Augenhöhe. So entsteht ein Angebot, das dort wirkt, wo es gebraucht wird – unaufdringlich, pragmatisch und nah am Menschen.
Weitere Informationen: streetwork.li
Foto: Streetworkerin Olivia Heeb, Sovort-Geschäftsleiter Markus Büchel, Streetworker Magnus Hassler
