«Es geht um die Freude an der Musik, aber auch um Professionalität»
20 Musikerinnen und Musiker, zwei Chöre und 43 Ohrwürmer aus dem Repertoire der Rockband Naturtrüeb: Mit diesen Zutaten wird das Benefizkonzert «Naturtrüeb & Gäste» am 17. Oktober für ein musikalisches Spektakel im SAL sorgen. Der Erlös kommt der Stiftung Rokj Rheintal-Liechtenstein und der Hospizbewegung zugute. Marco Hoch, Gründungsmitglied und Frontmann der Rockband Naturtrüeb, erzählt, wie viel Organisation hinter einem solchen Grossprojekt steckt.
1. Im Jahr 2018 fand in Schaan das erste grosse Benefizkonzert statt, bei dem Naturtrüeb dem Publikum gemeinsam mit zahlreichen Gastmusikerinnen und -musikern eingeheizt hat. Welche Erinnerungen an diesen Event sind dir besonders geblieben?
Für uns von Naturtrüeb war es bereits das zweite Benefizkonzert. Das erste fand 2015 auf dem Areal von Rhidamm City statt. Als ich Gemeindevorsteher Daniel Hilti zwei Jahre später ein Konzept für eine Wiederholung in Schaan vorgelegt habe, war er sofort begeistert – und gemeinsam mit der zuständigen Kommission haben wir das Konzert 2018 auf die Beine gestellt. In Erinnerung geblieben sind mir vor allem die intensiven Probeabende und die vielen Gespräche, die sich dabei ergeben haben. Wir sind als Musikerfamilie zusammengewachsen. Man könnte fast von einer Musikbörse sprechen: Man vernetzte sich, und plötzlich hatten Sängerinnen oder Musiker Auftritte bei anderen Bands. Das war eine fantastische Dynamik.
2. Was gab den Ausschlag, erneut ein Benefizkonzert für den guten Zweck auf die Beine zu stellen?
Alexandra Konrad-Biedermann, Vorsitzende der Kommission für Gemeinwesenarbeit, hat mich vergangenes Jahr angefragt, ob Naturtrüeb bei einer Wiederholung des Benefizkonzerts dabei wäre. Persönlich brauchte ich nicht lange zu überlegen – und nach Rücksprache mit meinen Bandkollegen sagten wir zu. Ich muss sagen, es macht mich stolz, dass wir wieder angefragt wurden. Bei der Eröffnung der Sportanlage Rheinwiese habe ich mich noch einmal persönlich bei Daniel Hilti für das Vertrauen der Gemeinde bedankt, und seine Worte haben mich mächtig gefreut. Er wisse einfach, dass es mit Naturtrüeb klappen werde und wir auf der Bühne abliefern würden. Ein schöneres Lob gibt es kaum.
3. Rund 20 Musikerinnen und Musiker sowie zwei Chöre werden am 17. Oktober gemeinsam mit euch auf der Bühne stehen. Wie hast du die Auswahl getroffen und wie schwer war es, sie für das Benefizkonzert zu gewinnen? Musstest du Überzeugungsarbeit leisten?
Im Gegenteil. Alle, die ich angefragt habe, waren sofort dabei und freuten sich, Teil des Konzerts zu sein. Über so einen Event wird natürlich gesprochen. Ich erhielt sogar einige Anrufe von Musikern, die fragten, ob sie ebenfalls mitmachen dürften. Leider musste ich da den einen oder die andere enttäuschen. Denn im Gegensatz zu den vorherigen Benefizkonzerten wollte ich diesmal weniger Einzelmusiker auf der Bühne haben, dafür aber zwei Chöre – einen Frauen- und einen Kinderchor. Die Auswahl der Gastmusiker habe ich nach Gefühl getroffen. Schliesslich müssen die Stimmen und Charaktere auch zu den einzelnen Liedern passen, die wir spielen. Ein paar meiner langjährigen Kollegen waren gesetzt, darunter Gustl Pomberger, Arthur Rheinberger oder auch Thomas Graf. Andere habe ich an Konzerten erlebt oder auf Instagram entdeckt.
4. Die Konzertgäste dürfen sich auf insgesamt 43 Musikstücke aus dem Naturtrüeb-Repertoire freuen. Eine solche Performance mit so vielen unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern erfordert einiges an Vorbereitung, Koordination und Proben. Wie gross ist der Aufwand?
Der Aufwand ist enorm – aber jede Minute ist es wert. Im Vorfeld gilt es, das Konzert von Grund auf zu planen: von der Auswahl der Lieder und Musiker über die Aufstellung bis hin zu den technischen Anforderungen. Bevor es mit den Proben in Balzers losging, musste ich noch «Kleinigkeiten» wie Notenständer, Mikrofone, Stimmgabeln sowie einen Kühlschrank für Getränke und Snacks organisieren. Die Musikerinnen und Musiker sollen sich rundum wohlfühlen – das ist mir sehr wichtig. Schliesslich treten alle ehrenamtlich auf, und das muss wertgeschätzt werden. Insgesamt sind 13 Probeabende vorgesehen. Jeder Teilnehmende erhält im Vorfeld «seine» Lieder, auf die er sich vorbereiten kann. Anschliessend studieren wir im Proberaum jedes Lied an drei verschiedenen Tagen für 25 Minuten ein. So stelle ich sicher, dass jeder ein Zeitfenster findet, zu dem er dabei sein kann. Die einzigen, die an jeder Probe anwesend sind, sind die Bandmitglieder von Naturtrüeb. Ich selbst habe den Lead für das Projekt inne und fungiere als Dirigent. Je nach Song bin ich zudem als Sänger und Gitarrist im Einsatz. Ich muss gestehen, die Probezeit gehört für mich zu den Höhepunkten dieses Projekts – die gemeinsamen Abende schweissen uns zusammen.
5. Und worauf freust du dich persönlich am meisten, wenn du auf den Konzertabend blickst?
Aktuell bin ich vor allem nervös – aber im positiven Sinn. (schmunzelt) Ich freue mich einfach darauf, in so einem grossartigen Konzertsaal mit so vielen motivierten Musikerinnen und Musikern auf der Bühne zu stehen. Wir werden 43 Lieder aus dem Naturtrüeb-Repertoire spielen. Dabei geht es vor allem um die Freude an der Musik, aber auch um Professionalität. Die ist mir sehr wichtig, und genau darauf arbeiten wir bei den Proben hin. Die Gäste zahlen Eintritt, um zu sehen und zu hören. Wir sind es ihnen schuldig, eine gute Show zu liefern. Natürlich findet bei 43 Songs mit unterschiedlicher Besetzung nach jedem Lied ein reger Wechsel auf der Bühne statt. Da können schon mal Fehler passieren. Das Publikum soll davon aber nichts mitbekommen. Verpasst ein Musiker zum Beispiel seinen Einsatz, springt ein Bandmitglied von Naturtrüeb ein. Persönlich fiebere ich besonders dem letzten Lied entgegen, bei dem wir alle gemeinsam auf der Bühne stehen werden. Auf diesen Moment, in dem die ganze Anspannung von mir abfällt und ich einfach nur noch glücklich auf ein hoffentlich tolles Benefizkonzert zurückblicken kann.
Tickets für das Konzert gibt es bei der Vorverkaufsstelle des TAK.
Fotos vom 1. Probeabend: Julian Konrad
