Auf Jahrzehnte genügend Platz für jede Bestattungsart
Seit einiger Zeit beschäftigt sich die Bauverwaltung der Gemeinde Schaan intensiv mit der Weiterentwicklung des Friedhofs. Deren Ziel ist es, moderne Anforderungen an eine würdige letzte Ruhestätte zu erfüllen und dabei vielfältigen Ansprüchen gerecht zu werden. Daher entstehen in den kommenden Wochen neue Urnennischen sowie Felder für Einzel- und Urnengräber.
Im Sommer 2024 hat die Gemeinde Schaan zwei Gräberfelder südlich der Friedhofskapelle aufgelöst, nachdem die Grabesruhe der dort Bestatteten abgelaufen war. Nun wird der Teilbereich gemäss Gemeinderatsbeschluss vom 1. April 2026 neugestaltet.
Um die grosse Nachfrage nach Urnennischen zu erfüllen, entstehen in den kommenden Wochen mehrere Wände, in denen auf jeweils zwei Ebenen insgesamt 130 neue Nischen entstehen. Die Wände im mittleren Bereich bilden, aufgrund ihrer gegenüberliegenden Situierung und eines genügenden Abstands einen Innenhof mit Sitzgelegenheiten und Bäumen. So entsteht eine Atmosphäre, die dem im Jahr 2019 eingeweihten Kolumbarium beim Friedhofsturm ähnlich ist. «Die dortigen Begräbnisstätten waren sehr gefragt und sind inzwischen komplett belegt», sagt die Schaaner Hochbauleiterin Marion Risch. Dieser Beliebtheit entsprechend hat die Gemeinde sich für eine Lösung entschieden, die sich an das Kolumbarium und die Franziskuswand im östlichen Friedhofsbereich anlehnt. Die dritte Wand mit weiteren Urnennischen entsteht am östlichen Rand des vor zwei Jahren aufgelösten Gräberfelds. «Alle drei Wände werden dabei nicht zu hoch, um sich harmonisch in das Gesamtbild des Friedhofs einzufügen.
» Zusätzlich entstehen neben den neuen Urnennischen rund 90 Erdgräber für Urnen- und Erdbestattungen. Fertig umgesetzt sind die Arbeiten dieser ersten Etappe der Friedhofsumgestaltung spätestens Ende Oktober 2026. «Mit der Schaffung des Angebots an unterschiedlichen Typen von Gräbern ist ab diesem Zeitpunkt sichergestellt, dass auch über die nächsten Jahrzehnte für jede Bestattungsart genügend Plätze zur Verfügung stehen», sagt Marion Risch.
Vom neuen Gemeinschaftsgrab bis zum «Garten der Besinnung»
Ebenfalls in seiner Sitzung vom 1. April hat der Gemeinderat die Bauverwaltung beauftragt, mit den Planungen für die beiden weiteren Etappen der Umgestaltung zu beginnen. Die zweite Etappe umfasst unter anderem eine optisch ansprechendere Lösung der Entsorgungs- und der Wasserversorgungsbereiche, die rollstuhlgängige Erschliessung der mittleren Friedhofsebene sowie die Schaffung eines Gemeinschaftsgrabs, das – anders als das bestehende anonyme Grab – eine Namensnennung ermöglichen soll. «Die genaue Ausgestaltung befindet sich in Abklärung, genau wie die Frage, ob Bestattungen dann mit oder ohne Urne erfolgen sollen», sagt Marion Risch.
Die dritte Etappe wird sich schliesslich mit der Situation ausserhalb der heutigen nördlichen Friedhofsmauer befassen. Eine zweite Aufbahrungshalle, zusätzlich zu jener in der bestehenden Kapelle, mit zwei separaten Räumen schafft dann Spielraum für verschiedene Arten von Bestattungen, die Parkierung wird neu gelöst, und im Nordwesten des Areals ist ein «Garten der Besinnung» angedacht, der dann innerhalb einer neuen Friedhofsmauer zu liegen kommt.
Damit, wie die Umsetzung und mit ihr die Zukunft des Schaaner Friedhofs im Detail aussieht, wird sich der Gemeinderat zu gegebener Zeit befassen.
Foto: Michael Zanghellini