Positiver Jahresabschluss trotz negativen Budgets
Der Abschluss der Gemeinde Schaan ist sehr gut ausgefallen. Mit einem Ertragsüberschuss in der Erfolgsrechnung von 30,8 Millionen Franken und den nicht ausgeschöpften Investitionsausgaben konnte ein Deckungsüberschuss in der Gesamtrechnung von 13,8 Millionen Franken erwirtschaftet werden.
Der Deckungsüberschuss steht im Gegensatz zum ursprünglich budgetierten Minus von 22,3 Millionen Franken. Wie im Vorjahr haben die Steuereinnahmen das Budget bei weitem übertroffen. Gesamthaft liegen die Steuern der natürlichen und juristischen Personen 17,7 Millionen Franken beziehungsweise 27,75 Prozent über den budgetierten Einnahmen. Mit diesen Einnahmen generierte die Gemeinde Schaan rund 83,1 Prozent ihrer Erträge aus den Steuern.
Auch der Wertschriftenbereich hat positiv abgeschlossen. Die Aufwandseite der Erfolgsrechnung ist hingegen tiefer ausgefallen, da vor allem in den Bereichen Baulicher Unterhalt und Dienstleistungen diverse Projekte nicht umgesetzt wurden.
Die Fixkosten wiederum sind seit vielen Jahren konstant.
«Aussichten stabil und vielversprechend»
Die geplanten Nettoinvestitionen in Höhe von 36,5 Millionen Franken konnten mit effektiven Ausgaben von 25,9 Millionen Franken nicht erreicht werden. Verschiedene Projekte wurden in Folgejahre verschoben, da es zu unterschiedlichen Verzögerungen gekommen ist. «Es handelt sich dabei zum Beispiel um den Fuss- und Radweg zwischen dem Rosengartenweg und der Medergass, die Photovoltaikanlage der Deponie Forst oder die Umgestaltung im Bereich Hennafarm», sagt Gemeindekassier Andreas Jehle. Die Sanierung der Friedhofskapelle und weitere Hochbauten sind aufgrund komplexer Planungsarbeiten ebenfalls in Verzug geraten. «Durch diese Verschiebungen sind auch die Abschreibungen tiefer ausgefallen als angenommen.»
Der Selbstfinanzierungsgrad der Gemeinde Schaan lag im Jahr 2025 bei 153,27 Prozent. Somit konnten nicht nur alle Investitionen direkt finanziert werden. Auch das Netto-Finanzvermögen erhöhte sich auf 426,9 Millionen Franken. Diese Summe steht der Gemeinde Schaan als Reserve zur Verfügung.
«In den kommenden Jahren wird der Gemeindesteuerzuschlag auf dem gesetzlichen Tiefststand belassen werden können. Trotz vieler Projekte und kostenintensiven Aufgaben scheint ein Abbau der Finanzen nicht in Sicht», sagt Andreas Jehle. Er weist aber auch darauf hin, dass der horizontale Finanzausgleich seine Spuren hinterlassen hat und den Gewinn der Gemeinde Schaan schmälert. «Die Aussichten sind dennoch stabil und vielversprechend.»