Reglement schafft klare Grundlagen für die Kulturbrauerei
Die Kulturbrauerei ist auf gutem Weg, ein Leuchtturmprojekt zu werden: In seiner Sitzung vom 10. Juni 2026 hat der Gemeinderat das entsprechende Reglement, die Hausordnung sowie die notwendigen Vereinbarungen genehmigt. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, dass die Kulturbrauerei im Januar 2027 ihren Betrieb aufnehmen kann.
Seit dem Gemeinderatsbeschluss von Juli 2024 steht fest, dass im denkmalgeschützten alten Brauhaus an der Feldkircher Strasse eine Kulturbrauerei entstehen soll – ein lebendiger Ort für Kunst, Literatur und kulturellen Austausch. Die Sanierungsarbeiten stehen kurz vor dem Abschluss. Das Herzstück sind fünf Wohnateliers im Dachgeschoss: drei internationale Residenzateliers für Kunst- und Literaturschaffende aus dem Ausland sowie zwei weitere Ateliers für solche aus Schaan und Liechtenstein. Ergänzt wird das Angebot durch Gemeinschaftsräume und einen grossen Arbeitsbereich im Gewölbekeller.
Das neue Reglement definiert die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der vier Trägerinstitutionen: der Gemeinde Schaan – vertreten durch die Abteilung Geschichte und Kultur –, des Amts für Kultur, des Literaturhauses sowie des Künstlerverbands Visarte. Gemeinsam bilden sie eine Betriebs- und Programmkommission, die für die strategische Ausrichtung, das Jahresprogramm und die Vergabe der Ateliers zuständig ist. Die Leitung übernehmen Visarte und das Literaturhaus jeweils im Wechsel von zwei Jahren.
Für die drei internationalen Residenzen, deren Administration über das Amt für Kultur läuft, sind jährlich zwölf Aufenthalte à drei Monate vorgesehen. Interessierte können sich über ein Online-Tool bewerben. Die zwei kleineren Ateliers für Liechtensteiner Kunstschaffende und Autorinnen bzw. Autoren werden von Visarte und dem Literaturhaus vergeben, kuratiert und betreut.
Finanziert wird das Projekt durch die Trägerschaft: Die Gemeinde Schaan stellt als Eigentümerin das Gebäude zur Verfügung, kümmert sich um den Gebäudeunterhalt und unterstützt die Arbeit des Literaturhauses und von Visarte im Rahmen einer Leistungsvereinbarung finanziell. Die Kulturbrauerei wird mietfrei zur Verfügung gestellt. Allerdings beteiligen sich das Amt für Kultur, Visarte und das Literaturhaus an den Nebenkosten für die Wohnateliers. Zudem finanziert das Amt für Kultur die internationalen Residentinnen und Residenten mit maximal 72'000 Franken jährlich.
Die ersten beiden Betriebsjahre 2027 und 2028 sind als Probephase vorgesehen, um Erfahrungen zu sammeln und allfällige Anpassungen vorzunehmen. Über die Entwicklung der Kulturbrauerei wird die Betriebs- und Programmkommission dem Gemeinderat regelmässig Bericht erstatten.
Wie gross das Interesse an der neuen Kulturbrauerei ist, zeigen die Zahlen. Für die ersten zwölf internationalen Residenzen 2027 sind bis Mitte Mai bereits 109 Bewerbungen eingegangen, die aktuell juriert werden. Ein vielversprechender Start für ein zukunftsweisendes Kulturprojekt, das die Vielfalt und Vernetzung in der Region stärken wird.
Fotos: Julian Konrad